© HHP 6/25/99 GG

Farmhouse in Gaienhofen

Bauernhaus in Gaienhofen
[Section of Hesse's own charcoal drawing of the house]
Copyright © Heiner Hesse, Arcegno.
The above is Hesse's charcoal drawing of the chapel and the farmhouse on the right in which he lived from July 1904 until November 1907, the "first actual office of my profession".

Hesses Kohlezeichnung seiner ersten einfachen  Behausung (rechts) in Gaienhofen, die seine Frau Maria Bernoulli ausfindig gemacht hatte, und die dem Wunsch des jungen Paares entsprach, ein zurückgezogenes, ländliches Leben zu führen.


 
 
[Photo GG, 1998]Recent photo (Heute) [Haus des Bauern Hepfer, Bild Dorfwerkstatt Gaienhofen, Folge Nr.09-1999, S.6]Original view (Damals)


While I worked on a book in Calw, my bride had looked for a rural place to live for us and discovered an empty old farmhouse on the German side of the Lake of Constance. It was somewhat primitive and run-down , but pretty and quiet. [...] There was neither gas nor electric light in the entire region, and it was not all that simple to reach the little village or to leave it, except by steamboat which traveled the lake occasionally, and often not at all when threatened by ice or storm. Then there was nothing left but the horsedrawn mail carriage.." 

(From: "Remembering Physicians: Visiting a Village Doctor", 1960)

Meine erste Heirat fand im Sommer 1904 in Basel statt.  Meine Braut hatte, während ich in Calw an einem Buch arbeitete, eine ländliche Wohnung für uns gesucht und in einem kleinen Dorf am deutschen Ufer des Bodensees ein leerstehendes altes Bauernhaus entdeckt, etwas primitiv und auch etwas verwahrlost, aber hübsch und still.  Das einzig Komfortable im Haus war ein schöner alter Kachelofen mit "Kunst", von der Küche her heizbar.  Wasser gab es nicht, das mußte vom Brunnen in der Nähe geholt werden, Gas oder elektrisches Licht gab es in der ganzen Gegend nicht, und es war auch nicht ganz einfach, das  Dörfchen oder zu verlassen; außer dem Dampfschiff, das nur sehr selten und bei Eis oder Sturm oft gar nicht fuhr, gab es nur einen Pferdepostwagen, mit dem man in stundenlanger Fahrt, mit langen Aufenthalten in jedem Zwischendorf, eine Bahnstation erreichen konnte.

(Aus: "Erinnerungen an Ärzte.  Besuch bei einem Dorfarzt."  Geschrieben im März 1960.  Hermann Hesse: Gedenkblätter, suhrkamp taschenbuch 963, 1984)

 




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